Surfpark Stade

Riesige Chancen: Surfpark Stade kann gebaut werden

Der Surfpark war bei 2.895 Menschen umstritten. Zumindest so viele – oder so wenige – haben einst gegen den Surfpark unterschrieben. Den anderen rund 45.000 Stader Einwohnern scheint die Tatsache um den Bau des Surfparks entweder egal gewesen zu sein oder sie waren Befürworter. Und trotzdem hat es eine Minderheit von gerade einmal 6 Prozent der Einwohner geschafft, eine große Welle auszulösen. Vor allem sie und der BUND haben mit rechtlichen Mitteln versucht, den Bau des Surfparks (offiziell „Surfgarten Stade“) zu verhindern. Einem privat finanzierten Projekt, welches für Stade touristisch das größte Sprungbrett bietet, das es vermutlich je hatte.

Im Mittelpunkt der Gegner stand besonders der Naturschutz. Interessant dabei: Unter den Surfpark-Gegnern sind einige Personen, die privat selbst in übergroßen Einfamilienhäusern leben und damit ökologisch gesehen nicht unbedingt den besten Fußabdruck hinterlassen. Natürlich hinkt der Vergleich, da die Dimensionen völlig andere sind. Trotzdem: Unabhängig vom tatsächlichen CO²-Abdruck würde ein Grünen-Politiker, der einen alten Diesel fährt und in einem großen Einfamilienhaus lebt, heutzutage nicht mehr glaubhaft sein. Und das ist das, worüber sich so viele Menschen ärgern: Es wird trotz demokratischer politischer Entscheidungen gegen alles und jeden geklagt. Dabei halten sich viele Gegner und Kläger persönlich nicht an jene Ideologie, für die sie öffentlich einstehen oder mit der sie anderen Steine in den Weg legen möchten. Deshalb kann man den Podbielski-Brüdern Dirk und Jan nur dafür danken, dass sie den Gegenwind der Minderheit ausgehalten und nicht doch woanders gebaut haben. Sie sind es, die am Ende ganz oben auf der Welle reiten werden. Auf jener Welle, die die Gegner zuerst gegen sie gerichtet haben. Denn das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat den Baustopp aufgehoben. Der Surfpark darf also gebaut werden.

Touristischer Meilenstein für Stade

Für Stade ist diese Nachricht Gold wert. Die Hansestadt erschließt dadurch touristische Zielgruppen, die bislang unerreichbar schienen. Stade wird dadurch plötzlich auch für junge „hippe“ Menschen interessant. Auch für Einheimische bietet der Surfgarten – sofern er denn in der angekündigten Form kommt – Freizeitmöglichkeiten außerhalb des Surfens, für die man den Landkreis sonst verlassen musste. Skatepark, Abenteuerspielplatz, Beach-Volleyball-Felder, Streetball, Gartenanlagen und Eventflächen. All das kann man bislang nicht oder nur sehr verteilt in der Region finden.

Stadt und Gewerbe müssen sich auf neue Zielgruppen einstellen

Für Hotels, Gastronomie und Geschäfte sind die Chancen groß. Doch damit die Stadt und die Gewerbetreibenden davon profitieren, muss konzeptionell und infrastrukturell nachjustiert werden. Die Markenwahrnehmung der Stadt wird sich durch den Surfgarten automatisch verändern. Darauf müssen sich Stadt und Gewerbetreibende frühzeitig vorbereiten. Denn wenn Surfer am Abend in eine „tote“ Innenstadt kommen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Besuch nur einmalig sein wird. Wenn sie nach 22 Uhr nicht ins Parkhaus kommen, weil es dann schon schließt, vielleicht ebenfalls. Die Chancen sind riesig. Jetzt müssen sie nur noch genutzt werden.

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