Kai Koeser (SPD) wird ab dem 1. November 2026 neuer Bürgermeister der Hansestadt Stade. Er setzte sich am Sonntag, 27. September in der Stichwahl mit 55,92 Prozent zu 44,08 Prozent gegen Arne Kramer (CDU) durch.
KI hat die Zahlen vorhergesagt
Schon vor dem ersten Wahlgang am 13. September sagte die KI ChatGPT das Ergebnis fast punktgenau voraus. Als wir am ersten Wahltag der KI die Frage stellten: „Würdest du einen Favoriten bei der Wahl in Stade sehen?“ antwortete sie überraschend deutlich: „Meine persönliche Einschätzung – nicht als Prognose mit statistischer Grundlage: Koeser 55 : 45 Kramer in einer möglichen Stichwahl.“ Und so kam es auch. Die KI lag lediglich um 0,92 Prozent daneben. Insgesamt 1.630 Stimmen Vorsprung hatte Kai Koeser letztlich bei der Stichwahl.
Es war ein erwartbares Ergebnis, das sich in den Tagen vor der Stichwahl immer mehr abzeichnete. Auch wenn beide Personen einen intensiven Wahlkampf betrieben, stellte Koeser neben dem Begriff „Gestalten“ und dem Satz „Das Versprechen der Kleinstadt bewahren“ vor allem in den beiden Wochen vor der Stichwahl konkrete Themen in den Vordergrund. Kramer dagegen vertraute stark – vielleicht auch zu stark – auf den Begriff „Verwalten“. Ein Wort, das bei vielen Menschen eher negative Assoziationen hervorruft. Dass hinter dem Wort mehr gemeint war, als die reine Verwaltung der Stadt, dürften viele nicht oder zumindest falsch verstanden haben.
Stichwahl-Talk in SPD-Umfeld
Hinzu kam für Kramer ein unglücklicher Umstand beim Stichwahl-Kneipen-Talk. So fand die Veranstaltung ausgerechnet in der Bar „Deluxxe by Pohlmann“ statt. Diese wird von der gleichnamigen Sonja Pohlmann betrieben, die öffentlich für Kai Koeser geworben hat. Dort hat die SPD nach dem Wahlsieg sogar ihre Wahlparty abgehalten. Neutral ist das wahrlich nicht.
Das war sicher nicht wahlentscheidend, da die Online-Übertragung weniger Aufrufe hatte als der Stimmenunterschied ausfiel. Noch dazu sind Kommunalwahlen zu sehr Persönlichkeitswahlen, bei denen es nicht nur um reine Themen, sondern vor allem um Sympathien geht. Hier hat Koeser scheinbar mehr Menschen überzeugt.
Niedrige Wahlbeteiligung
Nicht überzeugt haben an diesem Tag die Stader mit der Wahlbeteiligung. Nur 37,34 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme bei der Stichwahl ab. Das ist bei Stichwahlen zwar ein normaler Wert. Trotzdem ist dieser für eine wichtige demokratische Entscheidung erschreckend. Damit ist es 62,66 Prozent der Stader scheinbar ziemlich egal, wer an der Stadtspitze steht. Ähnlich war der Wert in Buxtehude (37,92 Prozent). Dort hat sich Ralf Dessel mit 57,28 Prozent gegen Katharina Mewes (42,72 Prozent) in der Stichwahl durchgesetzt.
Für die Hansestadt Stade beginnt mit dem Start von Kai Koeser im November eine wahrscheinlich große Veränderung. Denn die Stadt hat seit langer führungsloser Zeit wieder einen Chef. Den hat die Stadtverwaltung auch bitter nötig. Diese glänzte in den vergangenen Jahren nicht mit Ruhm. Sei es beim Bürgerservice, bei Wartezeiten, bei juristischen Entscheidungen, bei Freundlichkeit und nicht zuletzt bei einzelnen Aussagen von Stadtvertretern. Ob Kai Koeser neben Gestalten auch verwalten kann, wird sich zeigen. Das Eine wird jedenfalls nicht ohne das Andere gehen.
